30. April 2010  |  fk

Weinlagenwanderung: Naturerlebnis und Geselligkeit

Weinlagenwanderung: Am 1. Mai kommt es zur 23. Auflage - Neue Anlaufstation am Heppenheimer Kirchenpfad

HEPPENHEIM Die Geschichte der Weinlagenwanderungen an der Bergstraße ist eine Erfolgsgeschichte, die in diesem Jahr in die 23. Runde geht. Wie immer, wenn am 1. Mai sonst alle Räder stillstehen, sind die Jungwinzer als Organisatoren aktiv und handeln - wenn man so will - dem Geist, der dem ,,Tag der Arbeit" zugrunde liegt, zuwider. Dies aber zur Freude einer immer noch wachsenden Wanderschar.
 
In einer Woche geht es los: Zum 23. Mal gibt es am nächsten Samstag (1.) die Weinlagenwanderung der Bergsträßer Jungwinzer zwischen Heppenheim und Zwingenberg. Die Mitorganisatoren Helmut Antes, Christa Guth und Rolf Freiberger (von links) zeigen den Platz einer neuen Versorgungsstation auf dem erweiterten Kirchenpfad am Schlossberg. Der Standort ersetzt in diesem Jahr erstmals den Weinstand auf dem Parkplatz unterhalb der Starkenburg. Foto: Karl-Heinz Köppner

Die Geschichte der Weinlagenwanderungen an der Bergstraße ist eine Erfolgsgeschichte, die in diesem Jahr in die 23. Runde geht. Wie immer, wenn am 1. Mai sonst alle Räder stillstehen, sind die Bergsträßer Jungwinzer als Organisatoren besonders gefordert und handeln - wenn man so will - dem Geist, der dem ,,Tag der Arbeit" zugrunde liegt, zuwider; dies natürlich zur Freude einer zunehmend großen Wanderschar.

Die zur Tradition gewordene Veranstaltung wird in diesem Jahr zum 23. Mal durchgeführt. Als zur Premiere 1988 knapp 5000 Wanderlustige die zwischen Zwingenberg und Heppenheim - oder umgekehrt - verlaufende Route in Angriff nahmen, sprachen die Jungwinzer von einem Riesenerfolg; damals freilich noch nicht ahnend, dass dies gemessen an der heutigen Resonanz erst der Anfang zu einer alle Erwartungen sprengenden Entwicklung war. Der vorläufige Rekord wurde im vergangenen Jahr aufgestellt, als sich 40.000 Wein- und Wanderfreunde auf die sprichwörtlichen Socken machten und mehrere Versorgungsstände schon vor dem offiziellen Veranstaltungsende ausverkauft waren.

,,Das wird uns nicht mehr passieren", beteuerte Helmut Antes bei einem Pressegespräch. Der Heppenheimer Winzer ist einer von 25 Organisatoren, die von Anfang an dabei sind. Christa Guth, die Bergsträßer Weinkönigin 1979/80, kann sich köstlich darüber amüsieren, protokollarisch immer noch als Jungwinzerin zu gelten: ,,Na ja . . ." Dritter in der Gesprächsrunde war mit Rolf Freiberger ein ebenfalls langsam in die Jahre gekommener Veteran.
Termin

Weinlagenwanderung am 1. Mai (Samstag) von 9 bis 18 Uhr. Für den Zeitraum wird ein Shuttledienst eingerichtet. Die Busse fahren alle 20 Minuten zwischen Heppenheim und Zwingenberg.

Dass die Kernmannschaft bis auf den heutigen Tag bei der Stange geblieben ist, kann für die Weinlagenwanderung nur vorteilhaft sein. Man hat die Sache fest im Griff, ohne deshalb in Routine zu erstarren. Das Bemühen um punktuelle Verbesserungen findet diesmal in einer leichten Abänderung des Routenverlaufs Niederschlag; heißt: die Versorgungsstation auf dem Parkplatz unterhalb der Starkenburg wird entfallen und zieht um auf den im Zuge der Flurneuordnung ausgebauten Kirchenpfad am Schlossberg.

Zur Orientierung: Die dort geschaffene Freifläche kann über den Steinkopf nach Durchqueren des Hambacher Tales zwischen der Auffahrt zum Kanonenweg und dem Schützenhaus erreicht werden. Den Wanderern bietet sich von dort aus ein eindrucksvoller Panoramablick auf Altstadt und südliche Bergstraße.

Die Möglichkeit dazu, Naturerlebnis und Geselligkeit miteinander verbinden zu können, hat sich weit über die Region hinaus herumgesprochen. Inzwischen kommen Gruppen aus allen Teilen Deutschlands, vereinzelt sogar darüber hinaus. Helmut Antes verweist auf entsprechende Internetforen, in denen sich Menschen, die sich das Jahr über nicht sehen, für die Weinlagenwanderung verabreden. Entschädigt für ihr Kommen werden sie mit einer um diese Jahreszeit blühenden Landschaft und mit dem Angebot, den Wein genau dort zu verkosten, wo er wächst.

Reichen dazu werden die rund 150 Helfer wieder Deftiges. Käse, Wurst und Winzerbrötchen gibt es an allen acht Stationen zwischen Zwingenberger Steingeröll, Auerbacher Fürstenlager, Bensheimer Paulus und Heppenheimer Schlossberg.

Besonders ehrgeizige Wanderer werden am 1. Mai wieder darum bemüht sein, alle acht Stände anzumarschieren. Wer mindestens sechs Stempel auf den ausgelegten Teilnahmekarten aufweisen kann, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. Der Hauptgewinner darf sich über eine Wochenendfreizeit für zwei Personen freuen. Insgesamt hundert Preise werden vergeben, naturgemäß in erster Linie Weinpräsente.

Auf eine Feststellung legt Rolf Freiberger besonderen Wert: ,,Jeder, der mithilft, tut dies ehrenamtlich." Eine goldene Nase verdiene sich niemand. Der Erlös komme, so Freiberger, komplett dem Weinbauverband Hessische Bergstraße zugute, der die Mittel seinerseits für Werbezwecke einsetze. Vermehrte Anfragen anderer Anbieter, entlang der Wegstrecke eigene Stände aufzubauen, werden grundsätzlich abgewiesen. Christa Guth vom Bensheimer Weingut Mohr: ,,Wir wollen den Charakter unserer Weinlagenwanderungen bewahren."


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